Rotlicht-Szene in UK: Insel der Seligen?










Dass Prinz Harry gelegentlich etwas raucht und sich in Discos prügelt, steht in jeder Zeitung. Ob er auch schon im Puff war - wie der gleichaltrige Fußball-Star Rooney, ist jedoch nicht bekannt.

Wie beim englischen Innenministerium zu erfahren war, ist in Großritannien die Prostitution zumindest erlaubt. Verboten sind die Straßenprostitution, das Anwerben von Freiern auf der Straße sowie das Führen von Bordellen. Als Bordell gilt eine Wohnung, in der zwei oder mehr Prostituierte arbeiten. Und nun die Feinheiten: Eine Wohnung, in der mehrere Huren jedoch einzeln und an verschiedenen Tagen tätig sind, gilt nicht als Bordell. Auch die Aufkleber einzelner Frauen und Clubs in Telefonzellen sind verboten. Und niemand darf vom Verdienst einer Hure profitieren, was insbesondere Zuhälter und Wohnungsvermieter betrifft. Strafbar ist auch das so genannte «Kerb Crawling», also der langsame Suchverkehr an einem Strassenstrich.

Nur: Alle gesetzlichen Verbote sind wirkungslos. Ganz London - wie auch die anderen Großstädte - wimmelt von Massage- oder Saunasalons, die in Wahrheit (aber schwer nachweisbar) Bordelle sind. Wer abends durch Viertel wie Soho oder Kings Cross spaziert, findet eine florierende Straßenprostitution vor. Dass die öffentlichen Telefonzellen mit der Werbung und den Telefonnummern von Frauen und Clubs vollgebombt werden, weiß jeder London-Besucher. Häufig werden die gleichen Jugendlichen von privaten Sittenrichtern dafür bezahlt, dass sie die Werbekarten entfernen, und von Huren dafür, dass sie diese wieder anbringen. Da sich die Schäden in Grenzen halten, kümmert sich die Polizei nur oberflächlich um das Sexgewerbe, zumal sich die Gesetze vor Gericht kaum durchsetzen lassen.


Riesige Dunkelziffer
Die Zahl der in London tätigen Prostituierten sowie der Massage- und Saunasalons ist äußerst ungewiss. Ein großer Teil von ihnen sind jedenfalls Ausländerinnen. Dabei bilden die Osteuropäerinnen die größte ethnische Gruppe, gefolgt von Frauen aus Südostasien, vor allem aus Thailand. Wie viele dieser Frauen Opfer des internationalen Frauenhandels sind, lässt sich schlecht schätzen. Angeblich werden auch in England viele Frauen von Zuhältern und Frauenhändlern mittels Gewalt oder Schulden zu ihrer Tätigkeit gezwungen. Damit sie keine Beziehungen oder gar Verbindungen zu Hilfsorganisationen finden, wechseln sie jede Woche den Arbeitsplatz, und zwar nicht nur innerhalb von London, sondern im ganzen Land.







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