Ein Rotlicht-Drama: "Lilija 4-ever"
|
|
|
|||||
|
Die sechzehnjährige Lilja lebt in einer tristen Wohnsiedlung in Russland. Sie träumt von einem besseren Leben. Doch dann bricht ihre Mutter mit ihrem neuen Freund nach Amerika auf. Allein und auf sich selbst gestellt zerfällt Liljas Leben immer mehr. Sie wird von der Tante aus ihrer Wohnung vertrieben, und ihre wenigen Freunde wenden sich von ihr ab. In ihrer Not verdient sich Lilja als Hobbyhure ein wenig Geld. Ihr einziger Freund ist der jüngeren Volodya, mit dem sie sich Zukunftsträume ausmalt und Klebstoff schnüffelt.
Dann verliebt sich Lilja in den jungen Andrej. Als er ihr ein besseres Leben in Schweden verspricht, überlegt sie nicht lange. Doch in Schweden erwartet sie nicht Andrej, sondern ein Zuhälter, der ihr den Pass abnimmt, sie misshandelt, gefangen hält und sie an Freier verkauft. Von Schleppern und Zuhältern wird sie durch zahlreiche Vergewaltigungen zur gefügigen Prostituierten abgerichtet. Diese Szenen dauern lang, und je schlimmer die Situation, desto unerträglicher die Dauer der einzelnen Einstellungen. Das Ende von „Lilja 4-ever“: Zu Rammsteins "Mein Herz brennt" irrt sie als zerschlagenes junges Mädchen durch graues, städtisches Niemandsland - auf der Suche nach einer Möglichkeit, diese Welt zu verlassen. Und wenn Lilja am Ende Volodja im Tode wiedertrifft, sind ihre Engelsflügel alles andere als kitschig - eher ein befreiender Hoffnungsschimmer.
Der Hintergrund: Nach dem Untergang des Sozialismus hat sich der Menschenhandel zum lukrativen Geschäft entwickelt: Rund 500.000 Kinder und Frauen werden nach EU-Angaben in Westeuropa jährlich zur Prostitution gezwungen. Die Mehrzahl von ihnen stammt aus Osteuropa. Eine Viertelmillion Dollar Profit lässt sich aus dem Handel mit einer einzigen Frau erzielen. "Lilja 4-ever" ist in Schweden, Österreich und der Schweiz bereits angelaufen und hat eine heftige politische Diskussion ausgelöst. Die schwedische Außenministerin Anna Lindh war von dem Film so erschüttert, dass sie mit drei weiteren Ministern gegen die geschilderten Zustände vorgehen wollte. Dazu kam es aber nicht mehr: Am 24. September 2003 wurde Anna Lindh in einem Einkaufszentrum ermordet.
Fotos (5): Arsenalfilm |
|||||