Ganz schön heftig: Paysex im Saarland
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Wirtschaftlich eher ein Absteiger, hat sich das kleine Saarland zu einer florierenden Rotlicht-Region entwickelt. Der Grund: Die Nähe zu Frankreich und Luxemburg, wo Paysex deutlich teurer und weniger öffentlich angeboten wird. Kurz: Hier verkehren die Freier der SALOLUX-Region, also aus dem Saarland, Lothringen und Luxemburg. Insgesamt, so eine Angabe der Polizei, gehen im Saarland 1.200 bis 1.500 Frauen auf den Strich, etwa ein Drittel davon in Apartments. Der Straßenstrich, so war zu erfahren, spielt kaum noch eine Rolle. Sorge bereitet der Kripo vor allem der Zuzug von Frauen aus Osteuropa, vor allem aus Staaten der ehemaligen Sowjetunion. „In den Bordellen, Clubs und Bars der Region arbeiten zurzeit mehr Migrantinnen als deutsche Frauen", heißt es bei der Hurenselbsthilfe in Saarbrücken. Menschenhandel ist daher auch im Saarland ein Thema: 2004 registrierte die Polizei 18 Fälle, bei denen 47 Frauen Opfer wurden. 2003 waren es elf Fälle mit 32 Opfern. Insgesamt sind im Saarland über 260 Bordelle, Clubs und Bars registriert. Am meisten ist in der Landeshauptstadt Saarbrücken mit 127 Rotlicht-Adressen los. Was eine ganze Menge ist: Die Stadt hat 105.000 Einwohner, aber ebenso viele Rotlicht-Betriebe wie München mit seinen 1,3 Millionen Einwohnern. Auch Neunkirchen überrascht: Die Stadt hat 9.700 Einwohner, davon 23 % Arbeitslose, aber 60 Locations. Es folgen Saarlouis mit 31 Etablissements, Völklingen mit 26 sowie Homburg mit 22 Adressen. Dass ein Drittel der Frauen in Appartements und Wohnungen arbeitet oder Hausbesuche anbietet, beunruhigt die Behörden, aber auch die vielen Hausfrauen, die zuhause ihre Freier empfangen. Dieser Bereich ist schwer zu kontrollieren, und das Risiko, Opfer einer Gewalttat zu werden, ist deutlich höher als in einem Bordell. |
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